Wie arrogant doch die fast schon freudige Verkündung des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu war: „Wir haben die Hisbollah in einen strategischen Hinterhalt gelockt und werden sie nun schnell zerschlagen“. Die Hisbollah im Libanon ist aber in besserer Verfassung als von Israel erwartet und es gibt keine Anzeichen für eine Verminderung ihrer Schlagkraft. Im Gegenteil, die "Feinde" Israels bestimmen nun das Tempo und gewinnen an Deutungshoheit.
In der aktuellen Lage scheint die Türkei in der geopolitischen Landschaft des Nahen Ostens - und weit darüber hinaus - als eine beinahe aussterbende diplomatische Art zu agieren; also als rationaler, deeskalierender und pragmatischer Akteur. Die Türkei gewinnt zunehmend an Plausibilität, insbesondere vor dem Hintergrund der Ereignisse im Jahr 2026 - sei es im Ukraine-Krieg oder im aktuellen Iran-USA-Israel-Krieg.