Die Türkei erstreckt sich über den östlichen Zipfel Europas und Vorderasien und hat kulturelle Verbindungen zu den antiken Reichen der Griechen, Perser, Römer, Byzantiner und Osmanen. Im kosmopolitischen Istanbul am Bosporus befinden sich die berühmte Hagia Sophia mit ihrer hoch aufragenden Kuppel und christlichen Mosaiken, die imposante Blaue Moschee aus dem 17. Jh. und der Topkapı-Palast von 1460, ehemalige Residenz der Sultane. Ankara ist die moderne Hauptstadt der Türkei.
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Willkommen am wohl teuersten Monopoly-Tisch der türkischen Politik. Hauptakteur: die CHP. Hier werden keine Straßen gekauft, sondern Ämter, Parteipositionen, Villen und Loyalitäten gehandelt. Die Würfel entscheiden über „Positionen“, die Ereigniskarten tragen den Titel „geh ins Gefängnis“, und statt über die Schlossallee wird über Amtssitze, Millionenbeträge und Villen diskutiert. Die eigentliche Frage lautet jedoch nicht, wer gerade auf welchem Feld steht. Sondern: Wer blufft, wer sagt die Wahrheit – und wer muss am Ende tatsächlich bezahlen?
Es gibt in der Politik zwei Disziplinen, in denen jeder Weltmeister ist: Schuldzuweisungen und Prozentrechnung. Wobei Letztere häufig der Ersteren geopfert wird.
Nein, niemand ist während des Putschversuchs in der Türkei im Sommer 2016 vom Hochhaus auf F-16 gesprungen und hat diesen geritten oder haben türkische Hausfrauen mit Pantoffeln Kampfhubschrauber zur Landung gezwungen. Aber wenn unzählige Menschen sich unbewaffnet vor Panzer werfen, sich ihnen entgegenstellen, auf Militärfahrzeuge klettern und trotz vollbewaffneten Kampfjets auf den Straßen bleiben, während um sie herum Menschen zerrissen werden, dann ist die eigentliche Geschichte beeindruckend genug und die Übertreibung nur die Kirsche auf einer ohnehin unglaublichen Sahnetorte.
Express in die Zukunft – mit Verspätung von sechs Jahren. Es gibt Sätze, die man sich für die Ewigkeit aufheben sollte. Einer davon stammt von Ekrem İmamoğlu, anno 2020, frisch im Amt als Oberbürgermeister von Istanbul, voller Tatendrang: “2021’in 6. ayında başlar hale getireceğiz. 4 yılda bitecek.” Im Juni 2021 sollte es losgehen, vier Jahre später, also spätestens Mitte 2025, sollte man mit dem Hızray durch Istanbul rasen können – von Beylikdüzü bis zum Flughafen Sabiha Gökçen, 74,5 Kilometer, 13 Stationen, ein Tunnel unter dem Bosporus, der die Stadt endlich zusammenhalten würde wie ein guter Schal im Winter.
Manchmal sind die interessantesten Fragen nicht die, die gestellt werden. Sondern die, die seit Jahren nicht gestellt werden durften. Der Tod von Muhsin Yazıcıoğlu gehört zu diesen Fragen. Oppositionsjournalist und ehemaliger Angeklagter in den Ergenekon-Prozessen zwischen 2007 und 2013, Nedim Şener, betrachtet den Fall von seiner Warte aus und beschuldigt nicht nur die Gülen-Sekte, bis zum Schluss die Aufklärung der Todesumstände namhafter Persönlichkeiten, verhindert zu haben.
Der türkische Oppositionsanführer Özgür Özel bewegt sich rhetorisch manchmal wie jemand, der gleichzeitig auf zwei Hochzeiten tanzen will – und sich wundert, dass er dabei gelegentlich auf viele Füße tritt. Nichts neues in der Partei CHP, deren einstiger und gegenwärtiger Parteichef Kemal Kılıçdaroğlu genau dieselben taktischen Fehler machte, wie jetzt sein ehemaliger Ziehsohn und gegenwärtige Parteikontrahent Özgür Özel.