Kolumne | Meinungen und Kritiken
Meinung
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155 Tage sind vergangen, dass Russland den Angriffskrieg gegen die Ukraine begann. 155 Tage hat man im Westen beharrlich die Kriegstrommel der Ukraine mit angeklungen, um jetzt, nach Tausenden Toten und Verletzten, hinter vorgehaltener Hand sich langsam einzugestehen, dass das offenbar nicht die beste Taktik war.
Wenn man in der Welt fragt, was man mit Drohnen in Zusammenhang bringen könnte, dann kommt zumeist die Antwort: Türkei! Wenn man jetzt danach fragt, was man mit Getreide assoziiert, kommt als Antwort: Türkiye! Wer der bekannteste Präsident nach Putin oder Biden ist? Als Antwort kommt höchstwahrscheinlich Recep Tayyip Erdoğan.
Die Türkei, einst einer der härtesten Gegner Moskaus unter den NATO-Staaten, hat sich innerhalb weniger Wochen zu einer einzigen Brücke Russlands zur westlichen Welt gemausert. Je länger der Krieg in der Ukraine anhält, je mehr die gegenseitigen Sanktionen ausgeweitet werden und greifen, desto mehr rückt die Türkei in den Vordergrund.
Nach einer Antwort auf die Frage, wie der gescheiterte Putschversuch in der Türkei das Leben Tausender Zivilisten zerstörte, sucht man bei notorischen Regierungsfeinden - oder sollen wir sagen, Türkei-Feinden - vergeblich. Es wird sogar unterschwellig entgegnet, dass diese Zivilisten, Polizisten und Sondereinsatzkräfte selbst dafür verantwortlich sind, dass sie nicht mehr leben. Kann man solche Antworten und Argumente noch ernst nehmen?
Bundesinnenministerin Nancy Faeser ist es wichtig, dass junge Menschen sich „gesellschaftspolitisch einbringen.“ Oder doch nicht? Ein Bild zu „Verfassungsschülern“ gibt Rätsel auf und sorgt für Empörung.
Es waren schreckliche Szenen, die um die Welt gingen, als der Trauerzug für die getötete Journalistin Shireen Abu Akle durch Ost-Jerusalem, von israelischen Sicherheitskräften attackiert wurde. Für einen Augenblick hielt ich als Beobachter inne, als die Sargträger deshalb die Kontrolle über den Sarg verloren und zu stürzen drohten.