Willkommen am wohl teuersten Monopoly-Tisch der türkischen Politik. Hauptakteur: die CHP. Hier werden keine Straßen gekauft, sondern Ämter, Parteipositionen, Villen und Loyalitäten gehandelt. Die Würfel entscheiden über „Positionen“, die Ereigniskarten tragen den Titel „geh ins Gefängnis“, und statt über die Schlossallee wird über Amtssitze, Millionenbeträge und Villen diskutiert. Die eigentliche Frage lautet jedoch nicht, wer gerade auf welchem Feld steht. Sondern: Wer blufft, wer sagt die Wahrheit – und wer muss am Ende tatsächlich bezahlen?
Der türkische Oppositionsanführer Özgür Özel bewegt sich rhetorisch manchmal wie jemand, der gleichzeitig auf zwei Hochzeiten tanzen will – und sich wundert, dass er dabei gelegentlich auf viele Füße tritt. Nichts neues in der Partei CHP, deren einstiger und gegenwärtiger Parteichef Kemal Kılıçdaroğlu genau dieselben taktischen Fehler machte, wie jetzt sein ehemaliger Ziehsohn und gegenwärtige Parteikontrahent Özgür Özel.